Schumacher des Driftsports: Remmo Niezen verteidigt seinen Europameister-Titel

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Die Müllenbachschleife des Nürburgrings hat sich nun endgültig als Drift-Arena etabliert. So kamen an diesem Wochenende mehr als 70 Drifter aus ganz Europa zusammen, um unter ihresgleichen den Besten zu finden. Im Rahmen der Falken European Drifting Championship fand auch das Finale der International Drift Series (IDS) statt. Sowohl die PRO-Klasse (Profi-Rennfahrzeuge) als auch die seriennahe Streetklasse suchten noch im letzten Lauf ihren Meister.

So wurde also für die Zuschauer Driftsport vom Feinsten geboten. Ca. 1400 Zuschauer waren über das gesamte vergangene Wochenende gekommen, so dass sowohl die Sponsoren Alutec, Falken und die AutoBild Sportscars als auch die Organisatoren der IDS vom Zuspruch überwältig waren.

Bereits am Freitag waren die Drifter zu den ersten Trainings auf der Strecke. Bei besten trockenen Bedingungen waren innerhalb kürzester Zeit die ersten Reifen verqualmt. In besonderer Art und Weise gelang dies dem Driftteam aus Norwegen und dem Mitfavoriten Juha Rintanen aus Finnland. Seine Reifen mussten knapp 700 PS an der Hinterachse aushalten; jedoch bereits nach wenigen Runden waren diese aufgebraucht und ein Reifenwechsel war angesagt. Mit seinem Nissan S14 empfahl sich Juha bereits am Freitag bei den Juroren und unterstrich mit seinen Trainingsleistungen seine Favoritenrolle.

Erst am Samstag kam der Titelverteidiger Remmo Niezen aus den Niederlanden an die Strecke und nahm das erste Training mit seinem Vorjahreswagen auf. Sein aktueller Wagen ist bereits für einen Reise verschifft, um Anfang Dezember an einer Demonstrationsveranstaltung in Dubai teilnehmen zu können.

Die Qualifikationsergebnisse ließen Großes erwarten. Alle Favoriten konnten sich unter den besten 6 qualifizieren. Lediglich Patrick Ritzmann vom Uniroyal Drift-Team musste den Wettkampf mit technischen Problemen beenden. Unter den besten 6 Fahrern waren 4 IDS-Fahrer vertreten. Nur Adam Nagy aus Ungarn und Juha Rintanen als Bestqualifizierter konnten sich zwischen den Reihen der IDS-Fahrer behaupten.

Am Sonntag fanden die Final-Läufe statt. Remmo Niezen kam mit den zwischenzeitlich nassen und wechselnden Bedingungen am besten zurecht und verwies Yves Faber auf Platz 2. Dieser 2. Platz reichte jedoch Faber, seine Führungsposition in der Gesamtwertung zu verteidigen und somit als neuer IDS PRO-Champion den Siegerkranz entgegenzunehmen. Markus Militzer aus Deutschland freute sich über Platz 3 und somit über seinen ersten Podiumsplatz. Er profitierte von einem Dreher von Michu Sahli (Schweiz) der damit nicht nur den Einzug in die Halbfinals, sondern eben auch die letzte Chance auf den IDS-Titel leider vergab. Sahli belegte am Ende Platz 8, konnte aber in der Gesamtwertung den 2. Platz vor Remmo Niezen mit nur einem Punkt Vorsprung behaupten, der mit nur drei Wettkämpfen aufgrund von Terminschwierigkeiten immer noch Platz 3 in der Gesamtwertung belegen konnte.

In der Streetklasse ging es ebenfalls sehr eng zu. Mit dem letzten Tagessieg und somit Punktegleichstand in der Gesamtwertung, aber dem besseren zweiten Ergebnis, entschied Eli Hountondji den Street-Titelkampf für sich und verwies seinen Bruder Joe auf zweiten Platz. Dies dürfte dem Bruder nicht so ganz geschmeckt haben, war er doch gerade in der ersten Saisonhälfte der neue Shooting-Star der Streetklasse.

Der Driftsport ist immer für eine ganz besondere Überraschung gut. So auch das jeweilige Abschneiden von den Newcomern Philippe Guillod mit Platz 2 und Oliver Scheurich, der seinen originalgetreuen BMW ohne hydraulische Handbremse auf Platz 3 manövrieren konnte.

Inzwischen war die Strecke abgetrocknet und strahlender Sonnenschein beleuchtete die Drift-Arena für die Falken European Drift Championship, die nur zwischen den besten 32 Fahrern im TwinBattle KO-System ausgetragen werden sollte. Der Bestqualifizierte Juha Rintanen musste leider seinen Driftboliden schon nach der ersten Runde wegen Turboschaden abstellen und somit war einer der Meisterschaftsfavoriten schon frühzeitig ausgeschieden. In spannenden TwinBattle Paarungen war zu erkennen, dass von Paarung zu Paarung immer stärkere Fahrer aufeinander trafen. Bereits in der zweiten Runde erwischte es IDS-Champion Yves Faber. Er musste Ronny Thimmig wegen eines Drehers ziehen lassen. Thimming belegte am Ende noch Platz 6 und war somit bestplatzierter Deutscher Fahrer.

Remmo Niezen hatte es besonders einfach, was jedoch seine Leistung keineswegs schmälern sollte.  Denn alle Paarungen konnte er mindestens einmal mit 10 Punkten entscheiden, da offensichtlich alle Gegner durch seine Souveränität die Konzentration verloren, wenn sie gegen den Vorjahresmeister antreten mussten und sich mit einem Dreher dann verabschiedeten. So stand Remmo nach seiner letzen Begegnung gegen Michu Sahli im Finale, der leider wie im IDS-Finale im letzten Lauf einen Dreher hatte und somit den Einzug ins Finale verpasste.

Sahli stand anschließend im Kampf um Platz 3 auf seinen Landsmann und Arbeitskollege, Benno Frieden gegenüber. Bereits 2009 bestritten die beiden ebenfalls das kleine Finale. Frieden revanchierte sich jedoch in diesem Jahr und verwies Sahli auf Platz 4 und konnte sein Glück somit kaum fassen.

Mit Adam Nagy hatte sich ein immer stärker werdender Fahrer bis ins Finale vorgekämpft. Ein hängendes Gaspedal entschied jedoch schon im ersten Lauf das Finale für Remmo Niezen, was Adam Nagy jedoch mit Freude über den 2. Platz gelassen hinnahm.

Pünktlich gemäß Zeitplan stand somit Remmo Niezen erneut als Europameister fest. Spannend bleibt, ob im neuen IDS-Jahr 2011, einer der jungen Fahrer nachziehen und den nun fast „Altmeister“ Remmo Niezen herausfordern können wird.

Die Organisatoren freuten sich jedoch zusammen mit den Fahrern über eine absolut gelungene und erfolgreiche Veranstaltung. So wird man sich bereits zu Beginn des nächsten Jahres um den weiteren Ausbau der Drift-Europameisterschaft kümmern können, denn die Kooperationsrennstrecke, der Nürburgring, hat als Austragungsstätte bereits die Durchführung der European Drifting Championship für 2011 zugesagt.

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