Reifenpoker in der Lausitz

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Felix Aretz unterstreicht Sportsgeist der Drifter.

Dass der Eurospeedway Lausitz aufgrund seiner Streckenbeschaffenheit und der daraus resultierenden schnellen Kurven sehr reifenmordend sein wird, war allen angereisten Driftern klar. Dass er aber auch kriegsentscheidend sein wird war Glück des Einen und Pech des Anderen.

So erfreuten sich die Streetfahrer zusammen mit den angereisten PRO Fahrern und einigen Gästen aus der Tschechischen Republik bei wunderbaren Herbstwetter der idealen Driftbedingungen auf dem “Lausitzring”. Die Streets waren zum ersten Mal auf der GrandPrix Rennstrecke und waren somit in der Lage, ihre bisher gewonnenen Driftfähigkeiten mit dem Hochgeschwindigkeitsdriften zu erweitern. Dass dies mit ihren seriennahen Driftfahrzeugen eine besondere Herausforderung war, durften sie sogleich am ersten Drifttag auf der Rennstrecke erproben. Unerwartete zusätzliche Fahrzeit auf dem Handling-Parcour versüßte dann nochmal den weit Angereisten den Tag und so ließ man nochmal ordentlich Gummi auf der Strecke.

Der zweite Drifttag stand ganz im Zeichen des Driftwettbewerbes und man entschied sich, zwei Wertungsläufe jeweils auf der GrandPrix-Strecke und auf dem Handlingsparcour zu fahren. Der Mittelwert aus den jeweils besten drei Läufen sollte über die Tageswertung entscheiden.

Eli und Joe Hountondji teilten sich nach wie vor ein Auto, obwohl sie nun mitterweile an der Spitze der Streetgesamtwertung fahren und somit eigentlich Konkurrenten sind. Aber was wahre Brüder sind, so wird auch das Driftfahrzeug und die entsprechenden Reifen geteilt.

Beim Ausknobeln der Startreihenfolge scheint sich aber wohl der ältere Bruder, Joe durchgesetzt zu haben, so dass er gleich zu Beginn des Wertungslaufes auf der Grand Prix-Strecke seine Wertungsrunden absolvieren hätte können. Beide Brüder entschieden sich jedoch zu weiteren Trainingsrunden, so dass die Wertungsläufe erst recht spät begonnen wurden. Zu allem Unglück kamen dann noch erhebliche Reifenverschleißerscheinungen dazu, so dass die Brüder mehrmals die Reifen zwischen den Wertungsläufen und dem Fahrerwechsel zu Eli Hountondji wechseln mussten. Dies führte leider dazu, dass Eli lediglich nur noch eine Wertungsrunde innerhalb der Streckenzeit absolvieren konnte und diese sollte leider nicht perfekt gelingen.

Somit war eigentlich das Rennwochenende und somit auf die Gesamtwertung und Meisterschaft für Eli gestorben. Allein dem fairen Sportsgeist des Vorzeigedrifters Felix Aretz war es zu verdanken, dass die Fahrer unter sich eine andere Wertung (“best aus sechs Läufen”) entschieden und somit Eli auf dem anschließenden Handlingparcour nochmals die Chance hatte mit weiteren drei Läufen mindestens zwei perfekte Wertungen zu erzielen.

Was Eli dann herausdriftete erstaunte nicht nur den extra aus Polen angereisten Judge, Faruk Kugai. Eli legt drei perfekte Läufe mit Bestwertungen um 91 Punkt hin und hatte sich somit den Tagessieg gesichert.

Die zweite Überraschung lieferte Ronny Marquardt, der bei seinem erst zweiten Lauf in diesem Jahr hervorragend mit den trockenen und schnellen Bedingungen zurecht kam und sich Platz 2 sicherte. Dritter wurde Joe Hountondji, so dass sich Felix Aretz leider mit dem vierten Platz begnügen musste. Er nahm es jedoch mit einem Lächeln und alle Fahrer dankten Felix seine Sportlichkeit mit einem extra Applaus bei der abschliessenden sektfrohen Siegerehrung.

Man darf nun gespannt sein, wie dieser Dreitkampf der beiden Hountondji-Brüder und Felix Aretz am Ende ausgeht. Dazu wird sicherlich am Nürburgring beim IDS Finale vom 29.-31. Oktober ein weiteres spannenden Street-Kapitel geschrieben werden.

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