Let‘s drift again!

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Teilnehmerrekord bei der IDS – Internationalen Drift Series am Eurospeedway Lausitz

Wer dachte, dass die Drifterei nach dem Kultfilm „The Fast and the Furious – Tokio Drift“ nur eine kurzzeitige Modeerscheinung sein würde, der hat sich spätestens mit dem ersten Jahr der neuen IDS – Internationalen Drift Series getäuscht.

Haben sich in den vergangenen Jahren gerade mal eine handvoll Fahrer für die Einsteigerklasse der Drifter gemeldet, so konnte nun zum vorletzen Lauf der IDS – Street-Klasse auf dem Eurospeedway Lausitz am vergangenen Wochenende die 50 Neuanmeldung gezählt werden.

Driften erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit und dies aus mehreren Gründen: Der Einstieg in den neuartigen Motorsport kann meist recht kostengünstig im Vergleich zu etablierten Rennklassen realisiert werden. Ein seriennahes Auto mit ausreichend Leistung auf der Hinterachse ist ausreichend, um die ersten Drifterfahrungen in einem Drift-Training zu absolvieren. Dies sollte auch vorab erfolgen, da das Leistungsniveau in der Street-Klasse keinesfalls für eine Einsteigerklasse repräsentativ ist, welches auch ein Beweis für den doch recht einfach zu erlernenden Motorsport ist, zumindest in den Anfängen. Für den Aufstieg in die PRO-Klasse sind dann doch noch einige Trainingsstunden und Wettkampferfahrung notwendig. Ein weiterer Grund ist der große Teamgeist, der unter den Fahrern herrscht und die Faszination selbst, die dieser Sport sowohl auf den Fahrer als auch auf den Zuschauer ausstrahlt. Ein Fahrzeug schon bereits „über“ den Grenzbereich quer durch eine Kurve zu manövrieren, erzeugt ausreichend Adrenalin, um davon abhängig zu werden. Einmal mit der Drifterei in Kontakt gekommen, ist es nicht mehr so leicht, davon wieder abzulassen.

Die IDS gastierte dieses Wochenende zum ersten Male mit beiden Klassen (Street und PRO) in der Lausitz und war überaus von der professionellen und freundlichen Aufnahme der neuen Betreibermannschaft des Eurospeedways begeistert. Man hatte extra 25 Boxenanlagen für die Drifter reserviert, die darin ihre Fahrzeuge präparieren und parken durften. Die Fahrer genossen sichtlich den Luxus und somit war der Grundstein für eine sehr angenehme und erfolgreiche Veranstaltung gelegt. Da hätte nur noch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen können und so kam es leider. Wie so oft in dieser Saison war auch dieses Drift-Wochenende vom Wettergott nicht gesegnet. Die IDS war jedoch von der Strecke so angetan, so dass dieser klimatische Zustand der Stimmung keinen Abbruch bescherte, zumal die Streets mit dem hinteren Streckenabschnitt ein ganzes Driftareal für 6 Stunden freie Trainingszeit allein für sich hatten.

Die PROs durften sich die DTM Grand-Prix-Strecke mit dem Freien Fahren teilen, was jedoch auch für die Fahrer sehr angenehm war, denn nach 1 h intensivem Training auf einer High-Speed-Strecken mit ca. 170km/h Drift-Eintrittsgeschwindigkeiten war es angebracht, zwischendruch auch mal durchschnaufen zu können.

Der IDS-Starfotograph und Moviedesigner Alok Paleri hat in aller Schnelle eine Kurzsequenz von der Strecke aus der Wagenseitenperspektive zusammengeschnitten, die hier zu bestaunen ist. In Kürze wird es weiteres Filmmaterial geben.

Natürlich gibt es noch sportliches zu berichten. So musste sich Seriensieger Patrick Becker in der Street-Klasse diesmal vom polnischen Gaststarter, David Karkosik geschlagen geben. Dritter wurde Ingo Hospach, der sich besonders über seinen dritten Platz freute, da er zum ersten Mal damit einen Siegerpokal, einen Wert-Gutschein für ein KW-Gewindefahrwerk und 5 Liter hochwertiges Castrol-Edge Öl mit nach Hause nehmen durfte.

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Alex Gräf bei seinem neuen Polizeiauto.

In der PRO-Klasse ging es mal wieder sehr spannend und vor allem äußerst eng um den Tagessieg zu. Zunächst waren jedoch alle Fahrer und die Organisatoren extrem auf das neue Auto von Alex Gräff gespannt. Dieser erfuhr ja beim letzten Lauf vor 6 Wochen ein Missgeschick, welches in eine totale Kaltverformung seines legendären Polizeiautos resultierte. In eine Blitzaktion und mit der Unterstützung einiger IDS-Fahrer hat Alex nun sein neues Auto innerhalb dieser sehr kurzen Zeit aufgebaut. Er hat dabei ein komplett neues erstellt und dieses sogar noch in einigen Punkten im Vergleich zum Vorgängerauto verbessert.

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Neben Regenwetter auch noch eine Sektdusche für die PRO-Gewinner.

So waren alle zum Einen überrascht aber auch sehr froh, dass Alex mit einem neuen Driftfahrzeug zurück auf der Strecke war und auf Anhieb auch gleich den sechsten Platz im Qualifying belegte. Offensichtlich kam er also auch sehr gut mit dem neuen Auto zurecht, so dass er sich nun voll und ganz auf das Auto von seiner Frau Corinna konzentrieren kann. Sie musste leider noch zuschauen, darf aber spätestens zum nächsten Lauf am Nürburgring Ende Oktober ihr Comeback feiern.

Das PRO-Finale bestritten diesmal nicht wie schon fast erwartet die beiden Gesamtführenden Lars Verbraecken, Holland und Michael Sali, Schweiz das Finale, sondern Wojciech Lobkowski (alias Ogien) aus Polen der sich bis ins Finale gegen Lars Verbraecken vorgekämpft hatte. Michael Sahli hatte leider schon in der ersten Runde gegen seinen Teamkameraden Florian Zimmermann verloren und somit  den 13. Platz belegt. Lars Verbraecken, der sich nach mehreren Wiederholungsläufen gegen Ogien schließlich mit nur einem Punkt durchsetzen konnte, führt nun in der Gesamtwertung mit 15 Punkten, so dass dieses Wochenende sicherlich eine kleine Vorentscheidung bzgl. der IDS-Meisterschaft war.

Die Sieger freuten sich besonders über die anschließende Siegerehrung, die auf dem erhöhten originalen Siegerpodest des Eurospeedways statt fand, so dass der Sekt von oben über die applaudierenden Zuschauer versprüht werden konnte. Die Fahrer genossen sichtlich diesen Spass und teilten diesen mit der IDS-Orga, die diesmal ebenso eine heftige Ladung Sekt abbekamen.

Die IDS bedankt sich bei allen Fahrern, Sponsoren und vor allem bei der Mannschaft des Eurospeedways Lausitz für die tolle Unterstützung und sehr gelungene Veranstaltung, die hoffentlich eine Wiederholung finden wird.

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2 Kommentare

  1. Schade war irgendwie, dass man als Zuschauer nicht in den hinteren Streckenteil kam, wo ja praktisch die ganze Zeit richtig was los war.
    Wirklich nah kam man leider nur an die Kurve nach Start/Ziel heran.

    Toll fande ich allerdings das man auch mal mit den Fahrern reden konnte, ich hatte mich mit meinem Kollege mit dem Fahrer des grauen 180SX unterhalten, der hätte uns sogar gern mal mitgenommen. Jedoch konnten wir nirgends Orgas von der IDS finden, die uns evtl. eine Erlaubnis dazu erteilt hätten. =(

    Trotzdem schönes Event. Wenn es 2010 stattfindet schau ichs mir 100%ig wieder an! ;)

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