IDS Monza Premiere geglückt

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Philipp Guillod nutzt „Heimvorteil“ zum Tagessieg. Finale wird extrem spannend.

Mit Freude aber auch mit Spannung erwarteten die Organisatoren und die Fahrer die neue Location im IDS Rennkalender. Zum ersten Male fand man sich im Herzen von Monza, Italien, auf einer der traditionsreichsten Rennstrecken in Mitten des größten Europäischen Stadtparks ein. Jedoch nicht direkt auf der Rennstrecke, sondern viel näher bei den Zuschauern, direkt im Fahrerlager war die neue Driftstrecke platziert, die sogar vom italienischen „ADAC“, dem CSAI überwacht und homologiert wurde. Somit war die IDS, die erste Drift-Organisation, die auf dieser Fläche einen internationalen Driftwettbewerb durchführen konnte.

Dies war natürlich Grund genug für die örtliche Presse, inkl. der größten italienischen TV-Sendeanstalt von der Hauptveranstaltung der Avventura Days Monza mit dem Highlight der IDS exklusiv zu berichten. Der Beitrag war bereits im italienischen Fernsehen zu sehen.

Motiviert von all diesen „Randerscheinungen“ boten sowohl die angereiste Street als auch PRO-Klasse Driftsport vom Feinsten. Schnell hatte man sich an den engen, aber trotzdem schnellen Parcours gewöhnt und hüllte das Fahrerlager in große Reifenqualmwolken, um den Zuschauern zu demonstrieren, dass sich hier die besten der Europäischen Fahrer eingefunden hatten.

Sowohl der erste Trainingstag als auch der Qualifikations-Samstag boten italienisches Wetter, so dass alle Runden mit äußerster Präzision aber auch mit maximalem Reifenverschleiss absolviert werden konnten. Eine kleine Bewässerung hat den Verschleiß um die Hälfte reduziert, sehr zur Freude der Fahrer und der Reifenmontiermannschaft.

Bereits aber am Samstagabend war zu erkennen, was die lokalen Wetternachrichten bereits bekannt gaben. Die Finals am Sonntag sollten mal wieder Regenrennen für die PRO TwinBattles werden. Alle Abstimmungsfahrten im Trockenen waren gelaufen und man durfte sich am Sonntag früh auf die neuen feuchten Bedingungen einstellen, wobei feucht weit untertrieben war, denn sinnflutartige Regenfälle hatte die Strecke teilweise zu einem großen Teich verwandelt. Dank der guten Kanalisation in Monza, musste man allerdings nur kurze Unterbrechungen verkraften, bis die Wassermassen von selbst entsorgt waren und die Finals durchgeführt werden konnten.

Trotz der langen Anreise kamen immerhin die vier Bestplatzierten der PRO Klasse und fünf Bestplatzierten der Street Klasse nach Monza. Unterstützt von etlichen Stunteinlagen wurde den Zuschauern dann Motorsport und Aktion vom Feinsten geboten.

Die Streets hatten diesmal an zwei Tagen die Chance, die Bestpunkte zu sammeln. Ein „Best of six“ aufgeteilt auf zwei Tage, bewahrte so manchen Fahrer vor einem Totalausfall am Samstag, so dass nochmal am Sonntag, dann war bei Regen, angreifen konnte, nachdem die Nacht zuvor erst mal mit Getriebetausch und Lagerschaden-Reparaturen verbracht wurde.

So manch einer konnte seine mittelmäßige Leistung vom Vortag nochmals bedeutend verbessern. So schaffte es Matthias Diez die Glanzleistung mit einem fast perfekten Lauf seine Leistung vom Vortag mit gerade mal 48 Punkten, dann mit seinem letzten Lauf auf Platz 2 mit 74 Punkten zu schrauben.

Damit verdrängte er Jörg Stoll auf Platz 3, der mit den nassen Bedingungen nicht ganz so gut zurecht kam, als beim Trockenen am Vortag, der ihm seine Höchstpunktzahl mit 73 Zählern bescherte.

Sieger und somit ebenso überrascht wie seine Street Kollegen war wohl Dimitri Lust, der seinen ersten Tagessieg erzielen konnte. Ein zweiter Platz in Sosnova war bisher seine beste Leistung. Nachdem er den letzten Lauf sogar hochzeitstechnisch aussetzen musste meldete er sich eindrucksvoll zurück und belegt nun mit seinem Tagessieg den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Konstant wie in den Rennen zuvor belegte Hans-Jürgen Reiss den 4. Platz und festigte sich nun in der Gesamtwertung den 2. Platz. Rechnerisch noch einzuholen, aber mit 14 Punkten doch recht komfortabel auf Platz 1 in der Gesamtwertung, betrieb Markus Müller ein wenig Schadensbegrenzung und belegte den 5. Platz in Monza.

Bei den PROs ging es im TwinBattle besonders eng zu, denn die nassen Bedingungen erlaubten bei geringen Geschwindigkeiten höhere Präzision und somit engere TwinBattles. Zuvor wurden jedoch die Fahrer den trotz dem schlechten Wetter zahlreich angereisten Zuschauern ausführlich vorgestellt.

Nachdem sich Philippe Guillod, CH zunächst am Vortrag auf Platz 3 qualifizieren konnte, kämpfte er sich am Ende bis ins Finale vor und traf dort auf den Gesamtführenden Michael Scherr. Lediglich mit einem winzigen Punkt Vorsprung entschied Philippe das Finale für sich und konnte somit seinen zweiten Wertungslaufsieg nach dem Auftaktrennen in Hockenheim feiern.

Gerade die letzten vier Fahrer lieferten sich extrem enge und schwierig zu bewertende Battles. So war es für die angereisten Judges, David Kalas aus der Tschechei und Nicolo Rosse von der italienischen Driftserie, D1 Stella keine leichte Aufgabe, die richtigen Bewertungen zu finden.

Auch das B-Finale um Platz drei wurde gerade mal mit einem Punkt Vorsprung zu Gunsten für Christian Kögler entschieden.

Mit seinem Sieg, nutze Philippe nicht nur den kleinen „Heimvorteil“, den er durch den Besuch eines Drifttrainings an gleicher Stelle, hatte, sondern brachte sich mit der Höchstwertung wieder in den Titelkampf um den IDS PRO Champion 2011 zurück. Zwar belegt Michael Scherr mit 13 Punkten Vorsprung nachwievor den ersten Platz, jedoch steht Philippe nun zusammen mit Christian Kögler punktgleich auf Platz 2.

So wird das Finale am Nürburgring vom 30. September bis 2. Oktober entscheiden, ob Michael Scherr nochmal um seinen Titel fürchten muss oder ob sich Christian und/oder Philippe mit dem zweiten Platz zufrieden geben.

Man darf also auf den letzten Wettkampf in diesem aufregenden Driftjahr 2011 gespannt sein und die Organisatoren wünschen den Fahrern und den Zuschauer bereits jetzt schon ein aufregendes Drift-Weekend mit der IDS am Nürburgring.

Monza bleibt bei allen Beteiligten in guter Erinnerung und in diesem Zusammenhang richtet die IDS einen herzlichen Dank und Gruß an den Organisator der Avventura Days, Bruno Laguna. Die IDS freut sich auch nächstes Jahr sicher wieder dabei sein zu dürfen, in der Hoffnung, dass dann auch die italienischen Fahrer die Herausforderung der IDS annehmen werden.

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