Formula D: Der Amerikanische Weg des Drift

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Der Driftsport erfreut sich hierzulande einer stetig wachsenden Popularität, und dies insbesondere in der Japan-Tuning-Community. Kein Wunder, ist die Disziplin des kontrollierten
Querfahrens doch nicht nur spektakulär anzusehen, sondern der Einstieg ins Driften auch mit – beispielsweise im Vergleich zum Rundstrecken-Rennsport –überschaubarem finanziellen Aufwand machbar.

Während sich die besten deutschen und europäischen Drifter in der PRO-Klasse der International Drift Series (IDS) duellieren, gelten auf internationaler Ebene die japanische „D1 Professional Drift Grand Prix Series“ und die US-amerikanische „Formula DRIFT“ (kurz Formula D) als Königsklassen des Driftsports. So begeistern die Formula D-Piloten in den Vereinigten Staaten bereits seit Jahren die Massen und auch hierzulande klemmen sich viele Fans zu unchristlichen Zeiten vor die Fernseher, um die US-Boys bei ihrem Quertreiben zu beobachten.

Zahlreiche Anfragen gingen in der Maximum Tuner-Redaktion ein, ob wir nicht auch einmal über diese Driftserie berichten könnten. Euer Wunsch ist uns Befehl! Unsere Fotografin Lisa Linke – bekannt auch als Stammfotografin der IDS – besuchte den Final-Lauf der Formula DRIFT, der am 7. und 8. Oktober 2011 auf dem Toyota Speedway in Irwindale ausgetragen wurde und brachte aus dem US-Bundesstaat Kalifornien spektakuläre Aufnahmen mit nach Hause!

Auch im letzten Event der Saison galt es für die Formula D-Fahrer, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, um am Ende den begehrten Titel mit nach Hause nehmen zu dürfen. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Veranstaltungen, startete das Formula D-Event erst am Nachmittag und zog sich bis in die Nacht hinein.

In dem komplett beleuchteten Oval des „House of Drift“ bot eine riesige Tribüne Platz für Tausende von Fans. Auch die Lautstärke der Rennfahrzeuge war – anders als in Deutschland – kein Problem und so konnte sich das Publikum auf ein Action-reiches Event voller Qualm und Motorengeräusche freuen.

Gegen Mittag öffneten sich am ersten Veranstaltungstag die Tore für die zahlreichen Drift-Fans, die schon gespannt auf die ersten Trainingsläufe warteten.

Und auch im Fahrerlager war schon viel los: Neben den Teams, die an ihren Autos schraubten, präsentierte man diverse Produkte an verschiedenen Ständen und auch heiße Grid Girls durften bei so einem Event natürlich nicht fehlen. Während die Sonne dann (endlich) unterging, starteten die Fahrer die Motoren ihrer Boliden für das Qualifying.

Nach vielen spannenden Läufen schaffte es Samuel Hübinette mit seinem Dodge Challenger auf Platz 1. Auch das Falken-Team war weit vorne mit dabei: Den zweiten Platz belegte Justin Pawlak (Ford Mustang) und Platz 3 ging an Tyler McQuairre in seinem Nissan 350Z.

Bis zu diesem Zeitpunkt war noch nicht entschieden, wer Formula D-Champion 2011 werden würde und somit war dies wohl die spannendste Meisterschaft in der Geschichte der Serie. Einige Drifter lagen mit ihren Punktständen so dicht beieinander, dass noch alles offen war.

Am Tag des Finales dann machten alle 32 Fahrer ihre Drift-Waffen bereit für den Kampf um die Punkte. Nicht alle Fahrer hatten Glück mit Ihren Fahrzeugen und genau wie in hiesigen Driftserien auch, verbringen viele Fahrer die meiste Zeit im Fahrerlager, um ihre PS-Monster für die Läufe zu präparieren. Auch Vaughn Gittin Jr. hatte Motorprobleme, so dass seine Mechaniker eine Nachtschicht einlegen mussten, um den defekten Motor seines Monster Energy / Falken Tire-Ford Mustangs zu ersetzen.

Die Battles um die Top 16 waren spannender denn je und nachdem die besten Fahrer ihre Plätze erkämpft hatten, präsentierten sie sich unter tosendem Applaus den Massen auf der Tribüne.

Zur Überraschung aller war der Wettkampf für den Favoriten Daijiro Yoshihara (Nissan 240 SX) recht frühzeitig zu Ende, so dass er nur noch neben der Strecke auf eine Niederlage der anderen Titelaspiranten hoffen konnte. Das Glück war auf Yoshiharas Seite, denn während der Top 8-Battles kollidierte sein Konkurrent Justin Pawlaks Mustang mit der Mauer.

Auch Chris Forsberg hatte Pech und demolierte seinem Nissan 370Z an der berüchtigten Drift Wall. Der Sieger stand also fest: Daijiro Yoshihara ist Formula Drift Champion 2011! Den Tagessieg holte sich letztendlich Tyler McQuairre in seinem 790 PS starken Falken-Nissan 350Z, Platz 2 belegte Rhys Millen (Hyundai Genesis Coupé) und Chris Forsberg landete, wenn auch mit kaputtem Auto, immerhin auf Platz 3.

 

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