Einstieg in die Erfolgskurve

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Wer im Motorsport quer denkt, sollte auch so fahren. Wer einmal dieses Spektakel auf einem Driftevent, gesehen, gehört oder gerochen hat, stellt sich automatisch die Frage: “Könnte ich das nicht auch?” oder stellt die Behauptung auf: “Was die können, das kann ich auch”. Genau hier setzen wir an. Was viele Fahrer hier leisten, das könnt auch ihr leisten. Natürlich gibt es auch im Driftsportbereich, wie in jeder anderen Sportart, Ausnahmetalente, aber das Prinzip bleibt das Gleiche: Übung macht den Meister. Um die praktische Erfahrung kommt ihr hier nicht herum. Klar muss auch ein großer Teil Theorie beachtet und verinnerlicht werden, jedoch ist ein Training hier einfach ein Muss. Genau aus diesem Grund arbeiten wir als Driftliga mit den Driftschulen unseres Landes zusammen, um eben dem “Nachwuchs” den Weg in den Driftsport zu erleichtern. Als besonderes Highlight wird es in diesem Jahr auch Newcomer Award geben, der den erfolgreichsten Neuanfänger auszeichnen soll.

Doch wie beginne ich mit dem Driften, und wann drifte ich überhaupt? Was benötigt mein Auto, was brauche ich als Fahrer? Alle diese Fragen werden wir ins Visier der folgenden Artikel nehmen, und starten damit eine Reihe von Artikeln die euch auf den Weg in den Driftsport begleiten sollen. Wir werden die Profi-Klasse ein wenig vernachlässigen, da diese nur für die Zielsetzung und erst nach erfolgreichem Start in den Driftsport interessant wird. Hohe Unterhaltungskosten und Anschaffungskosten sind hier keine Seltenheit und schrecken “Neulinge” gerne ab. Deshalb widmen wir uns erst einmal wichtigeren Bereichen, bevor wir ins Detail gehen.

In vielen Gesprächen, auch mit erfahrenen Autofahrern, bekommt man oft eine doch eigenwillige Definition vom Driften. Aussagen wie: “Driften, das haben wir schon früher gemacht” oder “wenn es nass ist drifte ich schon so ab und zu mal um eine Kurve”. Diese Aussagen werdet ihr bestimmt schon gehört haben, und habt diese hoffentlich gezielt hinterfragt. Denn die Definition von einem Drift von dem wir hier sprechen, hat immer etwas mit der Kontrollierbarkeit seines Autos zu tun haben. Mir sind schon viele Aussagen zu Ohren gekommen, und über die Hälfte erzählt mir von Driften mit einem Frontantrieb. Da drängt sich mir doch sofort die Frage auf, “wie kontrolliert er sein ausbrechendes Heck und hält eben diesen “Drift” im höchsten Winkel über eine längere Stecke”. Ich vermute natürlich sofort ein unkontrolliertes Rutschen über den Asphalt, das mit Driften nichts mehr zu tun hat. Wir dürfen nicht vergessen, wir wollen das Driften beherrschen und unser Auto steht’s unter Kontrolle haben. Denn nur unter dieser Voraussetzung kann ich diesen Sport betreiben. Eine gewisse Eigendisziplin fordert das Driften natürlich von jedem. Man sollte nicht vergessen, dass man auch auf der Rennstecke nicht alleine ist, und auch Verantwortung für Andere übernimmt. Aus diesem Grund gehe ich meist nicht auf Gespräche von “Straßendrifter” ein, da diese einfach den Ruf schädigt und unverantwortlich ist. Ihr werdet keinen Michael Schuhmacher mit 300 km/h durch die Ortschaft fahren sehen, warum sollten wir also quer durch die Ortschaft fahren? Wir sind Motorsportler und haben so etwas nicht nötig. Unsere Anerkennung erfahren wir uns auf der Rennstrecke oder bei Showfahrten.

Wir gehen jetzt davon aus, dass euch der Driftvirus gepackt hat und ihr unbedingt driften wollt. Nur wo beginnt man seinen Weg? Natürlich informiert man sich erst einmal über das Driften. Also Google auf, Driften rein und schon erscheinen tausende Berichte, Webseiten, oder Videos. 80 bis 90% fallen für euch flach, einfacher Grund: zum Einen driften diese Fahrer schon jahrelang oder zum Anderen, es ist schlicht weg zu teuer. Wir beginnen nicht mit einem 100000 Euro Auto das auf Grenzbereiche modifiziert ist, die wir nicht annähernd erreichen können. Natürlich nehmen wir solche Videos und Bilder als Motivation, denn das wollen wir ja auch können.

Also wird die Auswahl schon enger. Ein Drifttraining muss her, sprich wir müssen die Schulbank drücken, und diese Bank ist in dem Fall ein Lenkrad und es wird mehr Spaß machen als man von einer Schule erwartet. Natürlich brauchen wir ein Fahrzeug, dafür nehmen wir unseren eigene “Heckschleuder” oder wir nutzen ein heckgetriebenes Fahrzeug der Schule, um erst einmal zu schauen, ob uns das Driften überhaupt liegt! Einen ausführlichen Bericht über die Driftschulen werden wir euch in einem gesonderten Bericht zur Verfügung stellen. Wir gehen jetzt davon aus, dass ihr nach dem ersten Grundtraining gemerkt habt, Driften ist eure Bestimmung. Also folgt das Aufbautraining und auch dieses verläuft genau nach euren Erwartungen. Jetzt kommt ein wichtiger Punkt, setzt euch Ziele, am besten viele kleine Zwischenziele um eure Motivation aufrecht zu halten. Sprich gebt euch und eurem Auto Zeit, ihr werdet sie brauchen. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, also werdet ihr auch nicht über Nacht zum Profidrifter, das ist nicht schlimm, denn das ging allen Fahrern so. Niemand würd über euch lachen wenn es auf Anhieb nicht klappt, warum auch, ihr seid in einer Sportart, in der die Mitwirkenden froh sind, neue Gesichter kennen zu lernen und neue Autos zu sehen.

So wie ihr eurem persönlichen Können Zeit geben müsst, so müsst ihr auch eurem Auto Zeit geben. Ihr braucht keine 500 PS an der Hinterachse um zu Driften, genügend Leistung ist Luxus und erst später von Bedeutung. Schnappt euch ein Auto das in eurem Finanzrahmen passt und los geht’s. Im Vordergrund wird für euch das Kennenlernen eurer Grenzen und das von eurem Auto stehen. Da reichen 100 PS und eine bewässerte Stecke absolut dazu aus. Vergleichen wir das mit einem Fitnessstudio, dann steht für alle am Anfang der “Hausfrauenplan”, das ist nicht negativ zu verstehen, denn dieser bereit euch auf euer großes Ziel bestens vor. Macht von Anfang an eure Übungen richtig und ihr werdet deutliche Fortschritte feststellen. Also verinnerlicht, was ihr in den Driftschulen lernt und der Qualm, und Rauch und die Show kommt von ganz alleine. Investiert immer in kleinen Schritten. Erste Saison werdet ihr euer Geld einfach nur in Kleinigkeiten stecken, wie ein gesperrtes Differenzial, ein paar Sportsitze, oder ein hydraulische Handbremse. Nur übt, übt und übt. Informiert euch, findet Anschluss an die Szene und holt euch wertvolle Tipps bei den Profis, denn diese werden euch eine Menge Geld einsparen, und ein gesunder Finanzplan ist wichtig für euch, ihr wollt ja nicht nur eine Saison fahren sondern, ihr wollt Profi werden und die Show auf euer Seite haben. Zum Thema Sponsorensuche werde ich gezielt in einem separaten Artikel eingehen, doch vorweg gibt es folgendes zu sagen: “Wer keine Leistungen bringt, kann auch keine Leistungen erwarten“. In der Anfangszeit werdet ihr das Driften, als Hobby ansehen müssen, und demnach für die anfallenden Kosten selbst aufkommen. Ich möchte euch aber ebenfalls, in einem gesonderten Artikel, bei der Erstellung eins Finanzplans unter die Arme greifen und versteckte Kosten aufzeigen, die man in seinen Rechnungen gerne übersieht. Im nächsten Artikel werden wir gezielt, auf ein Anfängerauto eingehen und euch zeigen, dass der Weg in den Driftsport nicht immer teuer sein muss. Auch die Auswahl der Fahrerkleidung und was im Fahrerlager als Grundausstattung vorhanden sein werden im nächsten Artikel unserer Reihe durchleuchtet werden.

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