Der “Rote Baron” im Driftsport

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In einer Zeit, in der sich nur die tollkühnsten Piloten in die Luft schwangen, und sich mit ihren Doppeldeckern waghalsige Duelle lieferten, gab es schon Ausnahmetalente. So entstand auch die Legende um den allen bekannten Roten Baron. Wir ersetzen diesen Doppeldecker durch einen roten BMW M3, lassen ihnen von Markus Militzer pilotieren, und geben dem Duo ein Stück Asphalt zum Driften. Raus kommen genau diese tollkühnen Duelle und “Flugeinlagen”, für die damalige Piloten, Ruhm und Ehre ernteten. Bei Markus ist es Respekt in der Driftscene und Beifall von den Zuschauerrängen, bei denen er ein gern gesehener Fahrer ist.

Doch wer ist dieser Pilot, der ein fester Bestandteil der deutschen Pro-Klasse im Driftsport ist? Der 43 jährige Markus Militzer erkrankte 2002, bei einem Sportfahrtraining, am gefährlichen Driftvirus. Auch bei weiteren Drifttrainings war keine Heilung in Sicht, und so startete er 2005 mit seinem 220 PS starken Porsche Boxster bei der Dunlop Drift Challenge Austria. Sein Talent und die harte Arbeit wurden 2007 mit dem 2.Platz in dieser Liga belohnt.

2007 entstand das Team TOM, welches aus Markus Militzer und Oliver Scheurich besteht und unzertrennlich Deutschland und andere Länder z.B. Belgien, Frankreich oder Österreich bedriftet. Das Hauptdriftfahrzeug von Markus Militzer, ist der oben genannte rote BMW E36 M3, der 1993 das Licht der Welt erblickte und zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass er knappe 14 Jahre später endlich seiner Bestimmung gerecht werden sollte. Er durfte über Limitgrenzen gehen wie sonst nicht viele seiner Bauart, und ist ab diesem Zeitpunkt auf den Rennstrecken Deutschlands Zuhause. Er gleitet auf einem AC-Schnitzer Fahrwerk über die Strecke, und seine 321 PS werden durch ein OMP Lenkrad und eine Hydraulische Handbremse (Fly Off) im Zaume gehalten. Um die Wertvolle Fracht die er befördert, den Fahrer und Beifahrer, in sicheres Gefühl zu geben, wurden zwei Recaro SPC Profisportsitze verbaut und eine Sicherheitszelle von Wicherts. Alle Komponenten, die an diesem Auto verbaut wurden, ergeben ein komplettes Bild eines perfekt modifizierten Driftboliden für die Profi Klasse im Driftsport. Unterstützung für den Bau dieses Fahrzeuges und generell für den Driftsport, fand Markus bei seinen Sponsoren Karosserie Berndt, Loccy Designs, Auto Marder und Doc Weingart, und diese können sich sicher sein, hier auch auf das richtige Pferd gesetzt zu haben.

Wer Markus Militzer schon fahren gesehen hat weiß, dass sein rechtmäßiger Platz in der Profiklasse des deutschen Driftsports ist. Diese Rechtmäßigkeit beweist er kontinuierlich mit seinen Platzierungen in den Driftligen. 2008 belegte er den 1.Platz “Meeting the Driftking” Hockenheimring und den 1.Platz “Meet the Driftking” Nürburgring. Im Jahre 2010 folgten dann der 1.Platz Pro Search Nürburgring, und der 2.Platz Street Nürburgring.

Das Jahr 2011 wirkte mit Platz 3 IDS Pro Driftchallenge in Hockenheim und dem 3. Platz IDS Pro Finale 2011, wie Anlauf nehmen für das Folgejahr 2012. In diesem besagten Jahr 2012 driftete sich Markus auf Platz 1 beim Gymkhana Drift Cup, dessen Finale auf der „Motor Show Essen“ stattfand. Er zeigte, dass er ein Allrounder im Driftsport darstellt, und auch die Herausforderungen einer engen Gymkhana meistern kann. Auch beim IDS Euro Championship stand er auf den Treppchen, er belegte in der Gesamtwertung den 3.Platz und sicherte sich eine heißbegehrte Sektdusche auf dem Podium.

Dieses Jahr zog Markus Militzer ein weiteres Ass aus seinem Ärmel. Beim freien Driften der IDS auf dem Hockenheimring, packte er seinem Zweitwagen aus. Ein BMW E36 Touring mit einem M3 Triebwerk und fast baugleichem Setup seines roten Bruders. Dadurch verwandelt sich dieses Auto in eine Seltenheit, denn M modifizierte keine E 36 Kombis. Er driftete diesen Wagen mit einer solchen Sicherheit durch die Kurven, als sei es sein Hauptfahrzeug. Bei diesem Anblick dachte ich schon über den Namen der “Graue Baron” nach. Jedoch hört sich dieser Name so an, als würde Markus bald schon in die Jahre kommen, und das Driften an den Nagel hängen. Das wird nicht der Fall sein, er wird uns noch einige Zeit erhalten bleiben und uns mit seiner sympathischen Art und seinem routinierten Können am Lenkrad, viele tolle Drifts und Duelle bescheren. Wir dürfen also gespannt sein, wie die Saison 2013 für ihn laufen wird. Was ich dieses Jahr schon von ihm gesehen hab, war ein köstlicher Vorgeschmack auf eine erfolgreiche Saison.

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